Häufig gestellte Fragen von Neulenkern

Allgemeine Fragen zur Zweiphasenausbildung

Braucht es ein «grünes L»?
Nein, wer den Führerausweis auf Probe erhält, braucht weder ein «grünes L» noch andere spezielle Kennzeichen.

Was ist der Sinn und Zweck der Zweiphasenausbildung?
Mit der Zweiphasenausbildung sollen die Unfallzahlen der Neulenkerinnen und Neulenker gesenkt werden. Sie haben gemessen an den übrigen Verkehrsteilnehmenden die höchste Unfall- und Todesrate. Der Grund liegt oft in einem fehlenden oder falschen Gefahrenbewusstsein (Abstand halten, Bremsweg planen, vorausschauend Kurven fahren). Ausserdem fahren überdurchschnittlich viele junge Fahrzeuglenkende übermüdet und/oder unter dem Einfluss von Drogen und Alkohol. Dies führt insbesondere an Wochenenden regelmässig zu schweren Unfällen. Schliesslich fehlen bei vielen die Erfahrungen im Umgang mit dem Fahrzeug. Es wird schlecht gewartet oder ist falsch ausgerüstet.

Was soll die dreijährige Probezeit bewirken?
Während der dreijährigen Probezeit sollen sich die Neulenkenden besonders intensiv bemühen, ihr Fahrverhalten so zu gestalten, dass sie keine Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften begehen, die zu einer Annullierung der Fahrberechtigung führen.

Welches sind die Ziele der WAB-Kurse?
Mit dem Weiterbildungskurs soll die Fähigkeit der Neulenkenden verbessert werden, gefährliche Verkehrssituationen bereits vor deren Entstehung zu erkennen und zu vermeiden. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für die eigenen Fähigkeiten geschärft und der Verkehrssinn optimiert werden, um so eine partnerschaftliche und umweltschonenden Fahrweise zu entwickeln.

Wie wird die Wirkung der Zweiphasenausbildung untersucht?
Die Wirkung der Zweiphasenausbildung wird mit verschiedenen Methoden untersucht. Einerseits werden die Unfallzahlen vor und nach der Einführung der Zweiphasenausbildung verglichen. Andererseits wird im Rahmen der Befragung der Teilnehmenden von WAB-Kursen erhoben, ob und wie die Einstellungen zum Fahren beeinflusst werden konnten. Schliesslich wird im Rahmen der Qualitätssicherung die Durchführung der Weiterausbildungskurse kontrolliert.


Kursbesucher

Wer muss die Kurse besuchen?
Die Kurse müssen alle Personen besuchen, die am 1. Dezember 2005 oder später erstmals ein Gesuch um einen Lernfahrausweis der Kategorie A (Motorräder) oder B (Personenwagen) stellen sowie alle Personen, die am 1. Dezember 1987 oder später geboren wurden.

Wo muss ich mich für die Kurse anmelden?
Sie können den Kursveranstalter frei wählen (vgl. die entsprechenden Inserate in der Tagespresse, Angebote im Internet usw.) Ausserdem können Sie auf der Zweiphasen-Website nach passenden Kursveranstalter in Ihrer Nähe suchen.

Suche Kursveranstalter

Mein Führerausweis auf Probe ist seit Februar 2009 abgelaufen. (Nur ein WAB-Kurs besucht)
Mein Führerausweis auf Probe ist seit Februar 2009 abgelaufen. Den WAB 1-Kurs habe ich bereits im November 2007 absolviert und den WAB 2-Kurs habe ich nicht gemacht.

Wie bekomme ich einen unbefristeten Führerausweis?
– Sie können den unbefristeten Führerausweis beim Strassenverkehrsamt beantragen (auch mündlich möglich), sofern Ihr Führerausweis nicht gesperrt ist.

Muss ich noch eine Prüfung absolvieren?
– Nein, ausser wenn dies in einem Brief des Strassenverkehrsamts verfügt wurde.

Mein Führerausweis auf Probe ist seit Februar 2009 abgelaufen. (Noch nie einen WAB-Kurs besucht)
Wie bekomme ich einen unbefristeten Führerausweis?

– Sie müssen den eintägigen WAB-Kurs absolvieren. Zuerst müssen Sie sich bei einem Kursanbieter (www.2-phasen.ch) anmelden und die Anmeldebestätigung beim Strassenverkehrsamt einreichen. Das Strassenverkehrsamt gibt Ihnen dann die Fahrbewilligung für den WAB-Kurs. Nachdem Sie den WAB-Kurs absolviert haben, erhalten Sie den unbefristeten Führerausweis per Post. Bis zum Erhalt des unbefristeten Führerausweises dürfen Sie nicht fahren.

Muss ich noch eine Prüfung absolvieren?

– Nein, ausser wenn dies in einem Brief des Strassenverkehrsamts verfügt wurde.

Mein Führerausweis auf Probe wurde am 1. Februar 2019 ausgestellt.
Bis wann muss ich den WAB-Kurs absolvieren?
– Bis am 31. Januar 2022. Wir empfehlen den WAB-Kurs innerhalb von einem Jahr zu absolvieren.

Mein Führerausweis auf Probe wurde am 15. Januar 2020 ausgestellt.
Bis wann muss ich den WAB-Kurs absolvieren?
– Bis am 14. Januar 2021.
Was passiert, wenn ich den WAB-Kurs nicht innerhalb von 12 Monaten mache?
– Sie dürfen Fahrzeuge führen, müssen aber bei einer Verkehrskontrolle mit einer Busse von bis zu 300 Franken rechnen.


Kurse

Was macht man am Kurstag?

  • Hauptziel ist, die Neulenkenden zu befähigen, eine sichere Notbremsung zu machen und umweltschonend und energieeffizient zu fahren.
  • Zudem erkennen und erleben Sie auf einem für den übrigen Strassenverkehr nicht zugänglichen Platz, warum Sie nicht in gefährliche Verkehrssituationen geraten sollen und wie Sie diese vermeiden können (Art. 27c Abs. 1 Bst. a VZV).

Muss ich die Kurse mit dem PW oder dem Motorrad besuchen?
Die Kurse sind auf die Kategorien A oder B ausgerichtet, um eine möglichst effiziente Durchführung zu ermöglichen. Die Teilnehmergruppen bestehen daher entweder ausschliesslich aus PW- Fahrenden oder aus Töff-Fahrenden. Wenn Sie aber den Führerausweis auf Probe der Kategorien A und B besitzen, können Sie wählen, ob Sie die Kurse mit einem Motorrad der Kategorie A oder einem PW besuchen wollen (Art. 27a Abs. 2 VZV).

Muss ich die Kurse mit dem eigenen Fahrzeug besuchen?
Die Kurse sollen grundsätzlich mit dem eigenen Fahrzeug besucht werden. Wenn Ihnen privat kein Fahrzeug zur Verfügung steht, kann Ihnen Ihr Kursveranstalter aber auch ein Kursfahrzeug zur Verfügung stellen (Art. 27a Abs. 4 VZV).

Was kostet die Weiterausbildung?
Sie müssen mit Kosten im Gegenwert von ca. 7 Lektionen bei einem Fahrlehrer oder einer Fahrlehrerin rechnen (ca. 600 – 800 CHF). Wenn dadurch ein kleinerer Blechschaden verhindert werden kann (ein verbeulter Kotflügel kostet rasch soviel), hat sich die Investition bereits gelohnt.


Erteilung des unbefristeten Führerausweises

Was muss ich tun, um einen unbefristeten Führerausweis zu erhalten?

  • Sie müssen die vorgeschriebene Weiterausbildung besuchen und dürfen keine Widerhandlungen gegen die Strassenverkehrsvorschriften begehen, die zu einer Annullierung der Fahrberechtigung führen (Art. 24b Abs. 1 VZV).
  • Nach Ablauf der Probezeit wird Ihnen der definitive Führerausweis direkt durch das Strassenverkehrsamt Ihres Wohnsitzkantons zugestellt.

Administrativmassnahmen

Was passiert, wenn mir der Führerausweis auf Probe entzogen wird?
Beim ersten Mal wird zusätzlich die Probezeit um ein Jahr verlängert. Nach dem zweiten Mal wird die Fahrberechtigung annulliert (Art. 35 und 35a VZV).

Muss ein bereits besuchter Kurstag bei einer Verlängerung der Probezeit wiederholt werden?
Nein.

Hat die Annullierung des Ausweises auch zwangsläufig die Annullierung bzw. den Entzug eines allfällig vorhandenen Lernfahrausweises der Kat. A zur Folge?
Ja. Nach Art. 35b VZV muss ein Gesuch um einen Lernfahrausweis stellen, wer nach der Annullierung des Führerausweises auf Probe Motorfahrzeuge führen will. Die Sperrfrist ergibt sich aus Art. 15a Abs. 5 SVG: Ein neuer Lernfahrausweis kann frühestens ein Jahr nach Begehung der Widerhandlung und nur auf Grund eines verkehrspsychologischen Gutachtens erteilt werden, das die Eignung bejaht.

Kommt die gleiche Regelung zur Anwendung, wenn ein Lernfahrausweis der Kat. A1 vorhanden ist, der ist in diesem Fall eine andere Regelung notwendig?
Nach Art. 35a Abs. 2 VZV betrifft die Annullierung alle Kategorien und Unterkategorien (also auch A1).

Was bedeutet die «Annullierung» des Führerausweises auf Probe?
Nach einer Annullierung dürfen Sie keine Motorfahrzeuge mehr führen.

Kann ich nach der Annullierung des Führerausweises auf Probe wieder einen Führerausweis beantragen?
Ja (Art. 35b VZV). Ein neuer Lernfahrausweis wird aber frühestens nach einer Wartezeit von mindestens einem Jahr seit Begehung der Widerhandlung und dem Nachweis der Fahreignung durch ein verkehrspsychologisches Gutachten ausgestellt (Art. 15a Abs. 5 SVG und Art. 11 Abs. 4 VZV).


Personen mit ausländischem Führerausweis

Was geschieht, wenn ausländische Führerausweise in der Schweiz umgeschrieben werden?
Inhabern eines gültigen ausländischen Führerausweises, der zum Führen von Motorfahrzeugen der Kategorie A oder B berechtigt, wird ein schweizerischer Führerausweis auf Probe erteilt. Die Probezeit beginnt mit der Ausstellung des schweizerischen Führerausweises. Sie dauert drei Jahre, abzüglich der Zeitdauer zwischen dem Ausstelldatum des ausländischen Führerausweises und dem letzten regulären Umtauschtermin. Sie bezieht sich auf alle bereits erworbenen Ausweiskategorien und auf die während der Probezeit erworbenen weiteren Kategorien und Unterkategorien (Art. 44a VZV). Der schweizerische Führerausweis wird nicht auf Probe erteilt bei Personen, deren Führerausweis der Kategorie A oder B:
a. vor dem 1. Dezember 2005 ausgestellt wurde; oder
b. am oder nach dem 1. Dezember 2005 ausgestellt wurde und bei der Wohnsitznahme in der Schweiz bereits mindestens ein Jahr gültig war.

Da der ausländische Ausweis spätestens 1 Jahr nach Wohnsitznahme gegen einen schweizerischen Führerausweis ausgetauscht werden muss, muss also der Lenker bei Ausstellung eines schweizerischen Führerausweises bereits 1 Jahr im Besitz eines definitiven Ausweises aus dem Ausland sein.

Werden im Ausland absolvierte Weiterausbildungskurse anerkannt?
Nein, im Ausland absolvierte Weiterausbildungskurse werden nicht anerkannt. Auch wenn in anderen Ländern Fahrausbildungen über mehrere Phasen existieren, lassen sich diese nicht mit der schweizerischen Zweiphasenausbildung vergleichen. Die Weiterausbildungskurse müssen daher in der Schweiz absolviert werden.